Die Hüterin des Gemeinde-Gedächtnisses wird verabschiedet.

von Christiane Ziehm-Wegener

Ins kalte Wasser geworfen ohne große Einarbeitung wurde sie damals, weil eigentlich nur eine Aushilfe für ein paar Stunden gesucht worden war, und erst ein paar Monate später wurde klar, dass mehr Stunden für diese Arbeit nötig wären. Es wurden zehn, später 14 Stunden, die sie bis jetzt auch noch im Gemeindebüro gearbeitet hat. In der Zeit hat sie drei Pastoren erlebt – Pastor Lamberg bis 1999, Pastorin Plenter bis 2006, danach kam die spannende Zeit 1. April – 14. Oktober 2006, in der die Pastorenstelle vakant war, sodass es zusammen mit dem KV sehr viel zu organisieren und improvisieren gab. „Im Nachhinein gesehen sind wir sehr gut über diese Zeit gekommen.“ meint sie dazu. Am 15. Oktober 2006 schließlich trat dann Pastorin Hanke-Postma die Stelle an. Von Beruf Bürokauffrau, musste sich Frau Bergmann nach einer 15-jährigen Familienphase zunächst viel selber beibringen, ab 1994/1995 wurde die Arbeit dann auf EDV umgestellt, wofür es viele Lehrgänge zu besuchen galt, die teilweise eine ganze Woche lang dauerten.
Es lohnte sich: „Ich habe es nie bereut, hier zu arbeiten. Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht, auch wenn man manche Probleme, die sich nicht gleich lösen ließen, mit nach Hause nahm. Ich habe zum Beispiel oft von Zahlentabellen geträumt.“ Diese Tabellen waren sozusagen das Zeugnis für ein Jahr Rechnungen, Abbuchungen etc., und das war etwas, wovor sie „schon etwas Respekt“ hatte. „Zum Glück hat immer alles gestimmt.“ Gefallen hat ihr die Vielfältigkeit ihrer Aufgaben, die für Außenstehende
gar nicht immer so nachzuvollziehen war. Jede Menge Schriftverkehr musste gesichtet, sortiert und gegebenenfalls weitergeleitet oder beantwortet werden. Außer den Kirchenbüchern, mit denen Besucher
(oder vor allem Anrufer) am meisten zu tun haben, wenn es um Taufen, Hochzeiten, Todesfälle, Patenbescheinigungen, Konfirmationen, Ein- und Austritte geht, zeugt das Büro noch von den vielen anderen Aufgaben:Briefe, Bibeln (später mit indivduellem Trauspruch zu versehen), Rechnungen, Versicherungen, Lieder zettelsammlungen für besondere Gottesdienste, Einladungen zu Festen oder besonderen Veranstaltungen wie dem Ewigkeitssonntag oder dem Seniorenabendmahl, Ahnenforschung, Arbeit am Gemeindebrief und jede Menge Listen und Statistiken, die manchmal hilfreich, manchmal einfach erforderlich sind. Gut,dass es nicht bei dem winzigen, kalten und dunklen Büro im alten Pfarrhaus geblieben ist, sondern dass sie dann, nach 14 langen Jahren, in dem schönen hellen Raum im Gemeindehaus arbeiten konnte. Das konnte sie dank ihres Hobbies, dem Malen,
mitgestalten mit einem Bild der Kirche, das im Treppenhaus hängt, mit fröhlichen Blumenbildern im Büro und mit ihrem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft.“. Wenn sie in den Urlaub ging, bot sie an, bei Fragen erreichbar zu sein, was auch manchmal im Anspruch genommen wurde. „Das ist auch nur bei einem so familiären, kameradschaftlichen Arbeitsverhältnis möglich.“ Und: „Gerne helfe ich bei Not am Mann auch später mal aus.“ Auch dem Besuchsdienst, dem Frauentreff und dem Redaktionskreis des Gemeindebriefes möchte sie weiter angehören, denn sie freut sich einerseits über mehr Freizeit, andererseits fehlen ihr sonst die regelmäßigen Termine und Begegnungen. „Der Kontakt mit vielen Menschen hat mir sehr gut getan.“ Mitte Mai ist ihr letzter Arbeitstag, dann geht sie in den wohlverdienten Ruhestand und genießt mit ihrem Mann erst einmal einen Urlaub am Meer. Für den Urlaub und alles Schöne, was sie noch mit ihrem Mann und ihrer Familie im Ruhestand vorhat, wünschen wir ihr von Herzen Gottes Segen. Danke für alles Schreiben, Erinnern, Telefonieren, Zusammenstellen, Mitdenken und Organisieren.

 

Christiane Ziehm-Wegener

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